Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Invitario-Eventstudie 2026, eine offene Online-Befragung von 171 Eventmanagerinnen und Eventmanagern aus Deutschland und Österreich, zeigt: 3 von 10 Befragten müssen 2026 mit einem niedrigeren Eventbudget auskommen, bei 6 von 10 stagnieren die Mittel trotz steigender Kosten.
- In der Invitario-Eventstudie 2026 spürt die Hälfte der Befragten einen höheren Druck, Nutzen und Ressourceneinsatz ihrer Veranstaltungen zu rechtfertigen, und der Mittelwert der Veranstaltungen pro Unternehmen und Jahr ist seit 2024 von 20 auf 15 gesunken.
- Eine gleichmäßige Kürzung über alle Veranstaltungen trifft vor allem die variablen Kosten wie Catering und Programm, weil Fixkosten wie Location und Technik unabhängig von der Gästezahl anfallen.
- Vier Fragen entscheiden, ob eine Veranstaltung bleibt: Welches überprüfbare Ziel hat sie, was hat sie bisher bewirkt, was kostet sie einschließlich der internen Arbeitsstunden, und lässt sich dasselbe Ziel mit weniger Aufwand erreichen?
- Veranstaltungen ohne überprüfbares Ziel sind die ersten Streichkandidaten, während Auflagen, Sicherheitsvorkehrungen und der ausgewiesene Puffer nicht zur Verhandlungsmasse gehören.
Im Herbst werden die Budgets für das kommende Jahr festgelegt, und manches Eventbudget fällt dabei kleiner aus als im laufenden Jahr. Die Erwartungen sinken nicht mit. Das Sommerfest soll bleiben, die Kundenveranstaltung auch, und die Geschäftsführung fragt trotzdem, was das alles bringt. Wer sein Eventbudget kürzen muss, braucht deshalb keine pauschale Sparvorgabe, sondern eine Entscheidungsgrundlage.
Dieser Artikel zeigt, mit welchen vier Fragen Sie jede Veranstaltung einordnen, wie aus den Antworten die Entscheidung wird, ob Sie sie behalten, kürzen oder streichen, und wie Sie das gegenüber Ihrer Geschäftsführung begründen.
Eventbudget kürzen: Was die Invitario-Eventstudie 2026 zeigt
Die Invitario-Eventstudie 2026 wurde am 1. Oktober 2026 veröffentlicht. Sie beruht auf einer offenen, anonymen Online-Befragung von 171 Eventmanagerinnen und Eventmanagern aus Deutschland und Österreich, durchgeführt zwischen Juni und August 2026. Drei von zehn Befragten müssen 2026 mit einem niedrigeren Eventbudget auskommen, bei sechs von zehn stagnieren die Mittel trotz steigender Kosten. Die Hälfte nimmt einen höheren Druck wahr, Nutzen, Aufwand und Ressourcen ihrer Veranstaltungen zu rechtfertigen, und bei der Hälfte ist auch die persönliche Arbeitsbelastung in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen.
Die Zahl der Veranstaltungen geht ebenfalls zurück: Der Mittelwert sank seit 2024 von 20 auf 15 Veranstaltungen pro Unternehmen und Jahr. Bei einem Drittel der Befragten sind mehrtägige Veranstaltungen inzwischen kürzer, vor allem aus Budget- und Kostengründen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Eine offene Online-Befragung mit 171 Teilnehmenden kann nicht für die gesamte Veranstaltungswirtschaft sprechen. Und Invitario ist ein Anbieter von Software für Teilnehmermanagement, kein unabhängiges Forschungsinstitut. Als Hinweis auf ein Muster taugt die Studie trotzdem, vor allem wegen eines Befunds: 87 Prozent der Befragten rechnen mit einer gleichbleibenden oder steigenden Relevanz von Veranstaltungen. Das Budget schrumpft, der Anspruch bleibt. Genau in dieser Lücke müssen Eventverantwortliche entscheiden.
Warum die gleichmäßig verteilte Kürzung selten funktioniert
Wer sein Eventbudget kürzen muss, greift oft zum einfachsten Mittel: Jede Veranstaltung bekommt zehn Prozent weniger. Das ist schnell erklärt und fühlt sich gerecht an. Es verteilt den Schaden aber gleichmäßig, und zwar an den falschen Stellen.
Der Grund liegt in der Kostenstruktur. Fixkosten wie Location, Technikgrundausstattung und Moderation fallen unabhängig von der Gästezahl an und lassen sich nach der Buchung meist nicht mehr verhandeln. Gekürzt wird deshalb bei den variablen Kosten: beim Catering, beim Programm, bei den Details, die eine Veranstaltung von einem Pflichttermin unterscheiden. Die Kürzung landet damit dort, wo die Gäste sie bemerken, während der interne Aufwand für Planung und Abstimmung unverändert bleibt. Wie sich Fixkosten, variable Kosten und ein ausgewiesener Puffer sauber trennen lassen, zeigt der Beitrag Eventbudget im Griff: Wie Sie Kosten realistisch planen und Überraschungen vermeiden.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht: Wo sparen wir überall ein bisschen? Sie lautet: Welche Veranstaltung ist ihr Geld wert, und welche nicht?
Vier Fragen, die über jede Veranstaltung entscheiden
Gehen Sie die Veranstaltungen des kommenden Jahres einzeln durch und prüfen Sie jede mit denselben vier Fragen. Eine Tabelle in Ihrem Planungsdokument genügt, ein eigenes Projekt brauchen Sie dafür nicht.
1. Welches überprüfbare Ziel hat die Veranstaltung?
Ein Ziel ist eine Aussage, die sich nach der Veranstaltung mit Ja oder Nein beantworten lässt. „Wir wollen unsere Kunden wertschätzen“ ist keines. „Zehn Interessenten sehen die neue Produktlinie, und mindestens fünf fordern danach ein Angebot an“ ist eines. Wenn im Team niemand das Ziel einer Veranstaltung in einem Satz nennen kann, ist das der deutlichste Hinweis auf einen Streichkandidaten. Wie sich ein Ziel so formulieren lässt, dass es nach der Veranstaltung überprüfbar ist, habe ich in Eventziele definieren: Was ein konkretes Ziel von einem Wunsch unterscheidet beschrieben.
2. Was hat die Veranstaltung bisher bewirkt?
Hier zählt, was nach der letzten Veranstaltung passiert ist, nicht, wie die Stimmung war. Gab es Folgegespräche, Anmeldungen, Rückmeldungen aus der Belegschaft, Aufträge? Fehlt eine Auswertung, beweist das keine Wirkungslosigkeit, sondern eine Lücke. Holen Sie sie nach, bevor Sie entscheiden. Drei Fragen an das Projektteam reichen als erster Eindruck: Haben wir das Ziel erreicht, was hat nicht funktioniert, was lief besser als geplant?
3. Was kostet die Veranstaltung insgesamt?
Erfassen Sie neben den Rechnungen auch die internen Arbeitsstunden für Planung, Abstimmung, Einladungen, Aufbau und Betreuung vor Ort. Dieser Teil des Aufwands taucht in keiner Rechnung auf und fehlt deshalb oft im Vergleich.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen und einem internen Stundensatz von 50 Euro: Veranstaltung A verursacht 6.000 Euro Fremdkosten und 80 interne Arbeitsstunden. Das sind weitere 4.000 Euro, zusammen also 10.000 Euro. Veranstaltung B verursacht 8.000 Euro Fremdkosten und 10 interne Arbeitsstunden. Das sind weitere 500 Euro, zusammen also 8.500 Euro. Auf dem Papier ist A die günstigere Veranstaltung, tatsächlich kostet B weniger. Wer nur die Fremdkosten vergleicht, streicht womöglich die falsche Veranstaltung, vor allem wenn eine Veranstaltung viel Handarbeit im Haus verlangt. Den internen Stundensatz nennt Ihnen in der Regel Ihre Buchhaltung oder das Personalwesen.
Bei Veranstaltungen für die Belegschaft kommt die Arbeitszeit der Teilnehmenden hinzu. Ob Sie diese einrechnen, klären Sie am besten mit der Geschäftsführung, bevor die Zahlen auf dem Tisch liegen.
4. Lässt sich das Ziel mit weniger Aufwand erreichen?
Beim Eventbudget kürzen gibt es zwischen Streichen und Behalten Spielraum: ein kürzeres Format, ein kleinerer Teilnehmerkreis, ein anderer Termin ohne Zusatzkosten oder die Zusammenlegung mit einer Veranstaltung, die dieselben Menschen mit demselben Anliegen erreicht. Die Studie zeigt, dass ein Drittel der Befragten diesen Weg bereits gegangen ist: Mehrtägige Veranstaltungen sind dort kürzer geworden. Prüfen Sie zuerst, ob sich zwei Ihrer Veranstaltungen im Kern überschneiden.
Aus den Antworten wird eine Entscheidung: behalten, kürzen oder streichen
Behalten Sie eine Veranstaltung, wenn ihr Ziel klar ist, ihre Wirkung belegt und der Gesamtaufwand dazu passt. Geben Sie ihr das Budget ungekürzt und begründen Sie das ausdrücklich, damit die Entscheidung nicht im nächsten Haushaltsgespräch erneut zur Debatte steht.
Kürzen oder zusammenlegen Sie, wenn das Ziel wichtig ist, sich aber mit weniger Aufwand erreichen lässt. Reduzieren Sie dabei lieber den Umfang als die Qualität: Eine Veranstaltung mit 40 statt 80 Gästen bleibt stimmig. Eine mit 80 Gästen, aber überschaubaren Catering und reduziertem Programm wirkt wie ein Mangel.
Streichen Sie, wenn sich kein Ziel benennen lässt, keine Wirkung erkennbar war und eine andere Veranstaltung dieselbe Zielgruppe erreicht. Formate, die es nur gibt, weil es sie immer gab, gehören ausdrücklich in diese Prüfung.
Erst prüfen sollten Sie, wenn das Ziel wichtig ist, die Wirkung aber unbekannt. Dann ist weder Streichen noch Behalten die richtige Entscheidung, sondern eine kurze Auswertung.
Veranstaltungen, die sich aus Verträgen, Zusagen oder Vorschriften ergeben, stehen nicht zur Wahl. Nehmen Sie sie trotzdem in die Aufstellung auf, denn sie binden Budget und Arbeitszeit.
Beim Eventbudget kürzen: Was nicht zur Verhandlungsmasse gehört
Der Puffer. Ein ausgewiesener Puffer von 10 bis 15 Prozent des Gesamtbudgets ist keine Reserve, die sich als Erstes streichen lässt. Fällt er weg, trifft jede Überraschung direkt die Qualität der Veranstaltung.
Auflagen und Sicherheit. Auflagen der Location, der Versicherung oder einer Genehmigung sind keine Verhandlungsmasse, ebenso wenig der Personalbedarf, der sich aus Veranstaltungsart und Risiko ergibt.
Aufgaben, die niemand mehr übernehmen kann. Ist Ihr Team kleiner geworden oder betreuen dieselben Personen mehr Veranstaltungen, halten Sie schriftlich fest, welche Aufgaben vor Ort nicht zusätzlich übernommen werden können. Wer abends den Einlass macht, kann nicht gleichzeitig die Garderobe im Blick behalten und die Ehrengäste begleiten. Die Geschäftsführung entscheidet dann bewusst, ob sie dieses Risiko in Kauf nimmt, statt es erst bei einer Störung zu bemerken.
Wie Sie die Entscheidung gegenüber der Geschäftsführung begründen
Wenn Sie das Eventbudget kürzen, braucht die Geschäftsführung keine Methodenbeschreibung. Sie braucht pro Veranstaltung drei Sätze: Was soll sie bewirken, was hat sie bisher bewirkt, was kostet sie insgesamt? Dazu kommt eine Empfehlung: behalten, kürzen oder streichen.
Legen Sie alle Veranstaltungen im selben Aufbau nebeneinander, verschiebt sich die Diskussion von der Frage, wo pauschal gekürzt wird, zur Frage, welche Ziele das Unternehmen wirklich verfolgt. Über Letzteres kann die Geschäftsführung entscheiden. Über pauschale Prozente kann sie nur verhandeln.
Eventbudget kürzen: Häufige Fragen
Wie kann ich das Eventbudget kürzen, ohne dass die Qualität leidet?
Kürzen Sie nicht gleichmäßig, sondern entscheiden Sie pro Veranstaltung, ob sie bleibt, kleiner wird oder entfällt. Eine gleichmäßige Kürzung trifft vor allem die variablen Kosten wie Catering und Programm, weil Fixkosten wie Location oder Technik unabhängig von der Gästezahl anfallen. Die Qualität lässt sich eher halten, wenn Sie den Umfang reduzieren, etwa durch weniger Gäste oder ein kürzeres Format, statt jede Position ein wenig zu beschneiden.
Welche Veranstaltungen sollten zuerst gestrichen oder zusammengelegt werden?
Zuerst jene ohne überprüfbares Ziel, danach jene, deren Wirkung sich nicht belegen lässt und die dieselbe Zielgruppe ansprechen wie eine andere Veranstaltung. Veranstaltungen, deren Ziel wichtig ist, die aber nie ausgewertet wurden, werden zuerst ausgewertet und dann wird entschieden.
Was gehört in den Gesamtaufwand einer Veranstaltung?
Alle Fremdkosten laut Rechnungen plus die internen Arbeitsstunden für Planung, Abstimmung und Durchführung, bewertet mit einem internen Stundensatz. Bei Veranstaltungen für die Belegschaft kann die Arbeitszeit der Teilnehmenden hinzukommen. Ob Sie diese einrechnen, sollten Sie vorab mit der Geschäftsführung klären.
Wie begründe ich gegenüber der Geschäftsführung, dass eine Veranstaltung bleibt?
Mit drei Aussagen pro Veranstaltung: dem überprüfbaren Ziel, der bisher belegten Wirkung und dem Gesamtaufwand einschließlich der internen Stunden. Fehlt eine dieser drei Aussagen, sollten Sie die Veranstaltung zuerst prüfen, statt sie zu verteidigen.
Was zeigt die Invitario-Eventstudie 2026 zu Eventbudgets?
Laut der am 1. Oktober 2026 veröffentlichten Studie, einer offenen Online-Befragung von 171 Eventmanagerinnen und Eventmanagern aus Deutschland und Österreich, müssen 3 von 10 Befragten 2026 mit einem niedrigeren Eventbudget auskommen, bei 6 von 10 stagnieren die Mittel trotz steigender Kosten. Der Mittelwert der Veranstaltungen pro Unternehmen und Jahr sank seit 2024 von 20 auf 15. Die Befragung ist nicht repräsentativ für die gesamte Branche.
Wie ich Sie unterstützen kann
Wenn Sie gerade Ihre Jahresplanung aufstellen, Ihr Eventbudget kürzen müssen und wissen wollen, welche Positionen darin fehlen, ist der Planungs-Check der schnellste Einstieg. Geht es um eine einzelne Veranstaltung, deren Aufwand Sie einordnen lassen möchten, bietet der Event-Check 60 Minuten Eventanalyse, strukturiert und auf Ihr konkretes Projekt bezogen. Bei wiederkehrenden Veranstaltungsreihen oder mehreren Formaten im Jahr schauen wir in der Event-Beratung gemeinsam auf die gesamte Kalkulation und entscheiden Veranstaltung für Veranstaltung, was bleibt, was kleiner wird und was entfällt.
Zusammenfassung
Wer sein Eventbudget kürzen muss, kürzt besser entlang von Entscheidungen als entlang von Prozenten. Vier Fragen ordnen jede Veranstaltung ein: Ziel, bisherige Wirkung, Gesamtaufwand einschließlich interner Stunden und die Möglichkeit, dasselbe mit weniger zu erreichen. Veranstaltungen ohne überprüfbares Ziel gehen zuerst, Auflagen, Sicherheit und Puffer bleiben unangetastet. Die Invitario-Eventstudie 2026 zeigt, dass diese Entscheidungen bei einem Teil der Unternehmen gerade anstehen, sagt aber nichts über die gesamte Branche aus.
Quelle: Invitario-Eventstudie 2026 veröffentlicht (Pressemeldung vom 1. Oktober 2026)
Berater und Mentor für Events und Jubiläen. 25 Jahre Praxis im Veranstaltungsbereich.